
Aktuelles
An der Clinic Neuendettelsau wird seit 1982 die Implantation von Hüftendoprothesen bei Coxarthrose und Schenkelhalsbrüchen durchgeführt. Zu Beginn wurden dabei Prothesen verwendet, die dem damaligen Entwicklungsstand entsprechend zementiert wurden. Diese Prothesen sind auch heute noch weit verbreitet und haben sicher ihre Daseinsberechtigung. Allerdings ist bei einer zementierten Prothese der Prothesenwechsel nach zehn bis zwanzig Jahren programmiert, da der Knochenzement sich irgendwann lockert. Ein Wechsel der Prothese ist dann unumgänglich. Oft betrifft dieser Prothesenwechsel dann Patienten in einem höheren Lebensalter, die diesen sehr großen Eingriff nur schwer verarbeiten können.

Aus diesem Grund ist man im Fachbereich Endoprothetik seit vielen Jahren dazu übergegangen, zementfreie Prothesen zu implantieren. Durch die Zusammenarbeit mit der Firma K-Implant konnte eine Prothese gefunden werden, die sich sehr gut implantieren lässt, und ähnlich wie eine zementierte Prothese praktisch sofort belastbar ist. Darüber hinaus ist sie sehr lange haltbar. Eine einmal eingewachsene zementfreie Prothese lockert sich erfahrungsgemäß nicht mehr.

Seit vielen Jahren beschäftigt sich der Fachbereich Endoprothetik mit der Verankerung der Hüftprothese nicht im Oberschenkelschaft, sondern im Bereich des Schenkelhalses. Hier wurde über viele Jahre die erste dieser Prothesen, die sogenannte Druckscheibenprothese, mit sehr gutem Erfolg implantiert, die auch heute noch ohne Lockerung existiert. Eine Weiterentwicklung dieser Druckscheibenprothese ist die Spironprothese, eine Art Schraubenprothese, die rein im Schenkelhals verankert wird. Eine Zwischenlösung ist die sogenannte Kurzschaftprothese mit weitgehender Verankerung im Schenkelhals und die Nanoprothese der Fa. Smith & Nephew.
Die genannten Prothesen werden allen Anforderungen, vor allem auch jüngerer Patienten, gerecht in Form der sparsamsten Knochenresektion, der raschen Einheilung und vor allem der absolut physiologischen biomechanischen Beanspruchung des Gelenkes.





Seit 2006 werden die Hüftgelenksimplantationen in minimal-invasiver Technik durchgeführt. Dies bedeutet eine große Verbesserung in Bezug auf die Nachbehandlung, auf die Rehabilitation und auf die Zufriedenheit der Patienten. Derzeit werden in Neuendettelsau zwischen 60 und 70 Hüftgelenksprothesen pro Jahr implantiert, die Rate der Komplikationen liegt momentan weit unter 1 Prozent.

Über das Leben mit der Prothese informiert Sie auch unsere Patienteninformationsbroschüre „Das künstliche Hüftgelenk“, die Sie sich nebenstehend herunterladen können.
